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Munitions-Uran in Düngemitteln löslich?

Peter Paul Schepp

 

 

„Uran ist nicht gleich Uran, aber sobald der Begriff in der Presse auftaucht, werden alle hysterisch.“ Nils Baumann, 45, Isotopenforscher am Institut für Radiochemie des Forschungszentrums Rossendorf bei Dresden muss es wissen: Er untersucht schon seit Jahren die Altlasten des Uranbergbaus der Wismut AG im Erzgebirge. Dazu verfügt er in seinem Labor über eine hoch spezialisierte Anlage, mit der er Mineralien und metallische Abbauprodukte sehr genau identifiziert und quantifiziert.

 

Vor einiger Zeit wandten sich Forscher der englischen Universität Reading mit einer Frage an ihn, die ihnen ihr Verteidigungsministerium gestellt hat. Geschosse, die Panzerplatten durchschlagen sollen, sind umso wirksamer, je schwerer sie sind. Einige Länder, vor allem die USA und Russland, verwenden daher für die Herstellung Uran, das fast dreimal so schwer wie Stahl ist. Beim Auftreffen des Geschosses zerstäubt das Uran und fällt zu Boden. Und nun die Frage: Könnte es sein, dass der Uranstaub mit Bodenwässern, in denen zum Beispiel Düngemittel gelöst sind, giftige Verbindungen bildet, die dann ins Grundwasser und schließlich in die Nahrungskette gelangen können? Für die Herstellung der Munition wird der nichtspaltbare Anteil des Natururans verwendet, der bei der Anreicherung des spaltbaren Anteils für Kernkraftwerke oder Atombomben übrig bleibt. Man spricht von „abgereichertem“ Uran. Die Gefahr, die von den zerberstenden Geschossen ausgeht, droht dabei nicht in erster Linie von der geringen Restradioaktivität, die auch das abgereicherte Uran immer noch enthält, sondern von den Schwermetallverbindungen, die sich in Leber, Nieren und Knochenmark langfristig ansammeln. Nun versteht man auch Baumanns Aufforderung, die Verwendung des Begriffes Uran in der Öffentlichkeit deutlicher zu spezifizieren. „Nicht hinter jedem Auftreten von Uran steht gleich die unsachgemäße Handhabung von radioaktiven Stoffen, wie sie in Verbindung mit Brennelementen, Atommüll oder gar Atomwaffen vorkommen“, stellt er klar. Deutsche Hersteller verwenden statt des Urans das – teurere – etwa gleich schwere Wolfram, um der hohen öffentlichen Umweltsensibilität Rechnung zu tragen. Die britische Regierung möchte offenbar jetzt Gewissheit haben, nachdem in den Kriegen gegen den Irak und Jugoslawien große Mengen der uranhaltigen Munition verschossen worden sind.

 

Was hat nun Baumanns Untersuchung ergeben? Die britischen Kollegen haben frischen Geschossen kleine Proben entnommen und sie wässrigen Lösungen ausgesetzt, wie sie im Erdboden, insbesondere auch in landwirtschaftlich genutztem Boden vorkommen. Nach sechs Monaten übergaben Sie die Proben an Nils Baumann, der mit Hilfe seiner hochempfindlichen Messmethode, der zeitaufgelösten laserinduzierten Fluoreszenzspektrometrie, die Oberfläche auf giftige Reaktionsprodukte untersuchte. In der Tat fand er in der dünnen Salzschicht, die sich an der Oberfläche gebildet hatte, Spuren der giftigen Uranverbindung Uranhexafluorid (UF6). Baumann: „Man muss davon ausgehen, dass Niederschläge das UF6 nach und nach aus dem Salz auswaschen und über weite Strecken transportieren“. Welche Mengen dabei ins Trinkwasser gelangen, insbesondere ob sie dort gesundheitsgefährdende Gehalte überschreiten, müssen demnächst spezifische Anschlussprojekte klären. Das britisch-deutsche Forscherteam jedenfalls wird seine Untersuchung auf unterschiedliche Zusammensetzungen der Bodenwässer sowie den Einfluss von Bakterien ausdehnen.

 

Das sind gute Voraussetzungen für die „anwendungsorientierte Grundlagenforschung“, die Baumann und sein fünfköpfiges Team betreiben, das von Zeit zu Zeit von Doktoranden der TU Dresden verstärkt wird. Sie forschen und messen am Forschungszentrum Rossendorf, dem mit insgesamt 650 Mitar-beitern größten der 84 außeruniversitären Leibniz-Institute. „Jedes Leibniz-Institut hat eine Aufgabe von gesamtstaatlicher Bedeutung“ weist die Homepage der Leibniz-Gesellschaft aus, weshalb sie von Bund und Ländern gemeinsam gefördert werde. For das Forschungszentrum Rossendorf ist ein wesentlicher Schwerpunkt die „Verbesserung des Schutzes von Mensch und Umwelt vor technischen Risiken“. Baumanns Labor ist eine geschlossene Einrichtung mit erhöhter Sicherheitsstufe. Offensichtlich ist Uran doch erst mal Uran.

 

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Rita Weinert



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Rita Weinert

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Teilnehmer äußern sich





Ulrike Bendrat, freie (Print-) Journalistin, arbeitet vom „Bremer Medienbüro“ aus für Tageszeitungen und Magazine und verfasst Pressetexte. Sie hat am Seminar „Crossmedial arbeiten“ bei Claus Hesseling teilgenommen. Sie schreibt:

 

„O-Töne aufzunehmen und weiter zu verarbeiten ist keine Zauberei. Auch die Verbindung Audio mit Bild ist nicht so schwierig. - Das waren zwei der positiven Erkenntnisse, die ich als bisher „Nur“-Printjournalistin aus dem Crossmedia-Seminar mitgenommen habe. Klar, die Umstellung von ...weiter