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Die dicken Beine gesunder Frauen


von Anja Moldenhauer

Sauerkrautstampfer, Reithosenbeine, Fettbein oder auch „das dicke Bein in der gesunden Frau“. Das sind nur einige Namen, die der Hautarzt Manuel E. Cornely für eine Krankheit nennen kann, mit der er sich seit mehr als 10 Jahren beschäftigt.

Diese Namen dienten Medizinern lange Zeit zur Beschreibung eines Phäno-mens, das fast ausschließlich Frauen betrifft. Ungefähr 4 Millionen Menschen leiden in Deutschland darunter: dem Lipödem. Die Patienten, die mit einem Lipödem in Cornelys Praxis kommen, leiden meist schon seit der Pubertät unter breiten Hüften und Fettpolstern in den Innenseiten der Oberschenkel. Ihre Beine und oft auch die Arme haben eine Säulenartige Form. Sie schmerzen selbst bei leichter Berührung und weisen häufig blaue Flecken auf. Füße, Hände und restlicher Körper sind dagegen normal geformt oder sogar besonders mager.

„Oft waren die Frauen bereits bei anderen Ärzten und bekamen dort den Rat, eine Diät zu machen und mehr Sport zu treiben“ berichtet Cornely. Solche Ratschläge seien aber „völlig sinnlos“, da es sich bei der Krankheit um eine vererbte Fettverteilungsstörung im Körper handelt, der mit Diäten nicht beizukommen ist. „Es ist erschreckend, wie oft ein Lipödem selbst von Hautärzten nicht erkannt wird“, kritisiert der 49-jährige Facharzt.

Cornely studierte nicht nur Medizin sondern auch Philosophie und Germanistik und spezialisierte sich als einer von 200 Hautärzten in Deutschland auf die Lymphologie. Das Lymphsystem ist so etwas wie ein Drainagesystem des Körpers. In ihm werden Flüssigkeit und  Eiweiße aus dem Gewebe gesammelt und zurück in den Blutkreislauf transportiert. Bei der Entstehung des Lipödems spielt das Lymphsystem eine wichtige Rolle:  Ursache der Krankheit ist eine erblich bedingte Vermehrung der Fettzellen im Gewebe. Im Gegensatz zu dem ebenfalls meist erblich bedingten Wachstum der Fettzellen („Reithosen“), führt die Überproduktion von Fettzellen zu Schmerzen. „Die Fettzellen sind extrem gut durchblutet und sondern daher auch besonders viel Lymphflüssigkeit ab“, erklärt Cornely.  Das umliegende Gewebe ist nicht in der Lage, diese Lymph-flut zu bewältigen. Es kommt zu Schwellungen und zu Spannungsschmerzen in den Beinen. Im Verlauf der Krankheit verschlimmern sich die Symptome durch die Dauerbelastung, der das Gewebe ausgesetzt ist: „Den Betroffenen wird erst die Kleidung, dann die eigene Haut zu eng. Häufig sind sie ständig auf Schmerzmittel angewiesen“, beschreibt Cornely.

 Abhilfe können eine spezielle Massage der Lymphbahnen (Lymphdrainage) oder spezielle Stützstrümpfe schaffen. Diese Behandlung ist aber ein Leben lang erforderlich und die Patienten müssen 2-3 Mal die Woche zur Lymphdrainage gehen. Cornely, der ein leidenschaftlicher Verfechter für  ständige Qualitätsverbesserungen im Gesundheitswesen ist, hat eine spezielle, schonende Operationstechnik entwickelt: die lymphologische Liposuktion. In Verbindung mit einer anschließenden Behandlung durch Lymphdrainagen führte sie bei 70% seiner Patienten zu Schmerzfreiheit.
Trotz der Erkenntnisse von Cornely, dass ein Lipödem eine medizinische Behandlung erfordert und erfolgreich operiert werden kann, übernehmen die Krankenkassen nach Cornelys Erfahrung die Therapiekosten nicht. „Krankenkassen habe weniger mit Krankheiten zu tun als mit Wirtschaftlichkeit. Sie werfen die Therapien raus, die ihren Etat stark belasten“, kritisiert Cornely. Und die operative Behandlung eines Lipödems gehört dazu. Je nach Ausmaß der Krankheit kostet sie zwischen 4000 und 8000 €. Die  Frauen, die es sich leisten können, nehmen diese Kosten auf sich, auch wenn die Operation mit Schmerzen, Krankenhausaufenthalt und einer 4-monatigen Anschlussbehandlung verbunden ist. „Was bleibt ihnen auch anderes übrig?“, sagt Cornely.

Die Zukunft des Gesundheitssystems sieht er in einem freiwilligen Engagement Besserverdienender: „die Leute, die Geld haben, wie zum Beispiel die Pharmafirmen, sollten es Robin- Hood- mäßig verteilen und für die Gründung von Stiftungen nutzen.“

Bis es soweit ist, lohnt es sich dennoch mit der Krankenkasse über eine mögliche Kostenübernahme zu sprechen. Auf Anfrage bei der TKK lautete die Auskunft der Pressestelle: „Wenn die Behandlung medizinisch notwendig ist, übernimmt die TK die Kosten“.
Grundvoraussetzung dafür ist natürlich, dass ein Arzt das „dicke Bein“ seines Patienten als „Lipödem“ erkannt hat.


 

 

 

 





Rita Weinert



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040/30620-1140. 

 

 

Wir freuen uns auf Sie!

 

Rita Weinert

Leiterin des Medienbüros

 


Teilnehmer äußern sich





Ulrike Bendrat, freie (Print-) Journalistin, arbeitet vom „Bremer Medienbüro“ aus für Tageszeitungen und Magazine und verfasst Pressetexte. Sie hat am Seminar „Crossmedial arbeiten“ bei Claus Hesseling teilgenommen. Sie schreibt:

 

„O-Töne aufzunehmen und weiter zu verarbeiten ist keine Zauberei. Auch die Verbindung Audio mit Bild ist nicht so schwierig. - Das waren zwei der positiven Erkenntnisse, die ich als bisher „Nur“-Printjournalistin aus dem Crossmedia-Seminar mitgenommen habe. Klar, die Umstellung von ...weiter