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Das Fest zu Ehren von San José

In Triunfo de la Cruz - einem Dorf an der Karibikküste Honduras

 

Von Monika Christine Schankin

 

Wange an Wange tanzen sie, das Handy am Gürtel des gepflegten Kleides befestigt. Rot, Grün, Blau und feinkariert in Gelb oder zartem Lila wogt es durch den Saal. Wie enge Freundinnen wirken die stattlichen, älteren Garifuna-Frauen, die sich gegenseitig auffordern, um Wange an Wange romantischen Gefühlen beim Bolero nachzuhängen. Eulalia, auch „Lala” genannt, ist knapp 70, ihre Freundin Neta um die 60. Dahinschmelzen, Schwofen können sie wie die Jungen. Auch ein blondes, junges Mädchen, Touristin aus dem Ausland, bekommt hier eine Einladung zum Tanz nicht von einem Mann, nein - eine ältere Dame nimmt sie an die Hand und zieht sie auf die Tanzfläche. Es ist heiß, den Tanzenden fließt der Schweiß in kleinen Bächen über das Gesicht, den Hals entlang, ins Kleid! Die Brille verrutscht durch dieses feuchte Rinnsal. Da hilft ein Handtuch, locker über die Schulter geworfen. Einmal Schweiß abwischen und weiter geht es.

Dies ist kein Fünf-Uhr-Tanztee für Senioren in irgendeiner Großstadt der westlichen Welt, sondern Fiesta in Triunfo de la Cruz, einem Garifuna-Dorf in Honduras. Der Saal ist das kommunale Zentrum des Ortes, gelegen in einem lang gestreckten, grünen Betonbau. Es ist Samstagabend, Mitte März, und jedes Jahr an einem Märzwochenende wird hier der Patron des Dorfes gefeiert: Fiesta de San José!

Triunfo liegt an der Karibikküste von Honduras, dem zweitgrößten Land Mittelamerikas, und hat ungefähr 10.000 Einwohner, deren Häuser auf Sand stehen. Nur eine ungeteerte Straße führt mitten durch den Ort. Sie ist die einzige Verbindung zum restlichen Honduras, schwer passierbar nach ausgiebigen Regenfällen. Die nächste größere Stadt ist Tela, gelegen an der Bucht von Tela; und in Honduras bekannt für ihre ehrgeizigen Tourismusprojekte und den schönen Sandstrand.

Ein altersschwacher Bus ist die regelmäßige, motorisierte Verbindung zwischen Tela und Triunfo. Steigt der Passagier ein, ist er gleich mittendrin in den aktuellen „Garifuna-Charts”, das heißt den neuesten Reggae- und Punta-Hits, die aus den Lautsprechern dröhnen. Er hört vielleicht : „Buiti Binafi” und wähnt sich in Afrika. Buiti Binafi ist Garifuna, die Sprache, die vom gleichnamigen Volk gesprochen wird, und heißt „Guten Tag”.

Die Garifunas oder „schwarze Kariben” haben ihre Wurzeln in Afrika. Die Überlebenden eines Schiffsunglücks in der Karibik retteten sich 1635 auf die Insel San Vicent und mischten sich mit dort Ansässigen. Vor etwa 200 Jahren kamen sie auf die honduranische Insel Roatán und leben da bis heute und entlang der honduranischen Karibikküste, oft in schwer erreichbaren, kleinen Dörfern.

Zurück in Triunfo de la Cruz: Kokosmilch, Kochbananen, Yucca, Kartoffeln und Fisch, der immer frische Hauptbestandteil eines typischen Garifuna-Essens, ergeben einen köstlichen Tapado. Sämig-sahnig durch die Kokosmilch, löst dieser Eintopf ein wohliges, warmes Gefühl im Magen aus. Und danach einen Gifiti, ein Schnaps mit allerlei Kräutern angereichert, für den es kein festgelegtes Rezept gibt. Der brennt wie Feuer und löst diesen schweren Kloß aus Stärke und Kokos wieder auf in die leichter verdaulichen Einzelbestandteile.

Panchy heißt die Köchin dieses köstlichen Tapados. Sie hat ein kleines Restaurant am Strand und gewinnt durch ihr runde Figur sofort das Vertrauen der Hungrigen. „Ich habe vier Jahre in Spanien in einem Restaurant gekocht, um Geld für unser Restaurant in Triunfo zu verdienen”, erzählt sie. „Und jetzt bin ich froh, wieder hier zu sein.” Die ganze Familie hilft mit, insbesondere an diesem Festwochenende, wenn viele Besucher nach Triunfo de la Cruz kommen.

Auch Lala und Neta haben am Sonntag nach der Tanznacht Essbares zu verkaufen: Über einem Feuer werden Teigtaschen in brodelndem Fett ausgebacken. Ein paar Plastikstühle, kaltes Bier in Dosen, kühl gehalten in Styropor, vervollständigen „das Restaurant” vor Lalas Haus. „Bis 2 Uhr habe ich gestern getanzt”, gibt sie an. Nebenan wird der tragbare CD-Player nach draußen gestellt, Puntamusik irgendeiner lokalen Garifuna-Combo ertönt.

© 2007 Monika Christine Schankin
Fotos zum Bericht sind vorhanden


 

 

 

 





Rita Weinert



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Rita Weinert

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Teilnehmer äußern sich





Ulrike Bendrat, freie (Print-) Journalistin, arbeitet vom „Bremer Medienbüro“ aus für Tageszeitungen und Magazine und verfasst Pressetexte. Sie hat am Seminar „Crossmedial arbeiten“ bei Claus Hesseling teilgenommen. Sie schreibt:

 

„O-Töne aufzunehmen und weiter zu verarbeiten ist keine Zauberei. Auch die Verbindung Audio mit Bild ist nicht so schwierig. - Das waren zwei der positiven Erkenntnisse, die ich als bisher „Nur“-Printjournalistin aus dem Crossmedia-Seminar mitgenommen habe. Klar, die Umstellung von ...weiter