Wind, Wasser, Wahoo
Abtauchen, Staunen und Genießen auf der ABC Insel Bonaire
Von Kirstin von Geyso-Hagelberg
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Ein türkisfarbener Papageienfisch gleitet langsam durch das Meer. Er nähert sich vorsichtig einer Seenadel, die sich vom warmen Karibikwasser treiben lässt. Doch im nächsten Moment schlängelt sich der dünne rote Körper elegant um die nächste Koralle und ist verschwunden. Eine Seeschildkröte paddelt kräftig mit ihren Vorderbeinen und schwimmt mitten hinein, in die bunte Unterwasserwelt Bonaires.
Die Insel gehört – neben Aruba und Curacao - zu den Niederländischen Antillen und liegt 85 Kilometer vor der Küste Venezuelas. Mit 288 Quadratkilometern ist sie gerade einmal so groß wie Dortmund.
Beliebt ist diese Karibik-Insel besonders bei Wassersportlern - über und unter dem Meeresspiegel. Kilometerlange Riffe ziehen sich vor der Küste entlang und bilden die Lebensgrundlage für Tiere und Pflanzen. Mit dem Boot braucht hier keiner aufs Meer hinaus zu fahren, um abzutauchen. Oktopusse, Schwarzmännchen und Korallen treffen sich bereits im flachen Uferwasser. Die gelben Steine am Rande der Uferstraße der Insel markieren die Einstiegsstellen für Schnorchler und Taucher.
Das karge Eiland ist geprägt von flachen, trockenen Sandlandschaften, Böden, auf denen Agaven und Aloe-Vera-Pflanzen gut gedeihen und Säulen-Kakteen größer als Menschen.
Martin van Bekkum bricht ein Stück einer Pflanze mit hoch aufragenden festen Blättern ab. "Das hier hilft gut bei Sonnenbrand", erklärt der 39-jährige Holländer, der seit sieben Jahren ein Restaurant auf der Insel betreibt und Ferienwohnungen vermietet. Er zeigt auf den durchsichtigen Aloe-Vera-Saft, der aus der Pflanze tropft.
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In Sichtweite reckt sich ein langer rosa Hals in die Luft. Zwei Schritte. Ein Flügelschlag. Dann zieht der Flamingo elegant seine Kreise vor dem wolkenlosen Himmel. Die rosa Vögel sind so etwas wie die Wahrzeichen der Insel. Sogar der Flughafen der Inselhauptstadt Kralendijk ist nach ihnen benannt – "Flamingo Airport". Im Pekelmeer, einem Flamingoschutzgebiet, wachsen die Jungvögel auf. Nahrung finden die rosafarbenen Tiere auch in Tümpeln und kleinen Seen, die sich über der Insel verteilen.
Die Flamingos teilen sich die Insel mit 10.000 Einwohnern. Gesprochen wird Niederländisch und Papiamentu, eine Mischung aus Portugiesisch, Spanisch, Niederländisch und Englisch.
Trotz aller Kargheit liegt auf Bonaire die Karibik sprichwörtlich in der Luft. Feucht-warm ist es und nimmt den wenigen Besuchern, die hier bei der Zwischenlandung auf dem Weg nach Venezuela aus dem Flugzeug steigen, erst einmal den Atem. Die Umstellung vom europäischen Winter auf karibischen Sommer dauert ein paar Tage. "Nach einer Woche geht’s – dann ist auch die Müdigkeit weg." Peter aus der Schweiz weiss, wovon er redet. Schliesslich ist er schon drei Wochen hier – zum Windsurfen. Braun gebrannt erhebt er sich von seiner Liege und guckt auf das glitzernde Meer. Zehn Surfer gleiten im flachen Wasser der Bucht von Lac Bay über das Wasser. Der Surferstrand liegt im Südwesten der Insel, und von Dezember bis Mai weht hier in der Regel ein starker Wind. Doch heute hat der Schweizer keine Lust mehr auf das Wasser zu gehen – stattdessen geht er in das Wasser. Peter schnappt sich Taucherbrille, Schnorchel und Flossen und watet durch die seichten Wellen bis zu einem Unterwasser-Wall, der die Bucht vom offenen Meer trennt. Schon auf dem Weg dorthin schimmert es durch das türkisfarbene Wasser rosa-orange: Schneckenmuscheln, so groß wie Honigmelonen liegen im hellen Sand der Bucht verstreut. Umgeben von zahlreichen Fischen, die in einem Farbenmeer von Blau-Schwarz, Orange, Lila und Gelb schimmern. Korallen wiegen sich im Rhythmus der Wellen und mit etwas Glück schwimmt hier ein Oktopus vorbei.
Doch dem Wahoo, einem einheimischen Fisch mit spitzen Mund, der bis zu vier Meter lang wird, begegnet Peter nur an einem Ort. Im Restaurant von Martin van Bekkum - gegrillt und in mundgerechten Stückchen serviert.
© 2007 Kirstin von Geyso-Hagelberg,
Fotos vorhanden






